Saturday, January 30 2010
By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34 - Fiction

Das Leiden eines Knaben - Conrad Ferdinand Meyer
d vielleicht, wer wusste, ich selbst und meineKrücke"--er hob sein Bambusrohr, auf welches er auch sitzend sich zustützen fortfuhr--, "abbildlich zu sehen waren. Es geschah nicht.Aber hätte Molière mich in einer seiner Possen verewigt, wahrlich, ichhätte es dem nicht verargen können, der sein eigenes schmerzlichstesEmpfinden komisch betrachtet und verkörpert hat. Diese letzten StückeMolières, nichts geht darüber! Das ist die souveräne Komödie, welchefreilich nicht nur das Verkehrte, sondern in grausamer Lust auch dasMenschlichste in ein höhnisches Licht rückt, dass es zu grinsenbeginnt. Zum Beispiel, was ist verzeihlicher, als dass ein Vater aufsein Kind sich etwas einbilde, etwas eitel auf die Vorzüge und etwasblind für die Schwächen seines eigenen Fleisches und Blutes sei?Lächerlich freilich ist es und fordert den Spott heraus. So lobt dennauch im 'Kranken in der Einbildung' der alberne Diaforius seinen nochalberneren Sohn Thomas, einen vollständigen Dummkopf Doch die Majestätkennt die S
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34 - Sachbücher

Der Hansische Stahlhof in London - Reinhold Pauli
sgeist, den man gegenwärtig unter allen Zonen des Erdballs zu bewundern Gelegenheit hat. Eine große Gilde ins Ausland handelnder Kaufleute suchte auch in den deutschen Städten der Ostsee, in Preußen und Livland zugelassen zu werden. Aber die Hansen in ihrer exclusiven Gesinnung wollten ihnen nicht die Vorrechte gewähren, welche sie selbst seit Jahrhunderten in Rußland, Skandinavien und England genossen. Mancher Merchant-Adventurer, wie man die Mitglieder jener Handelscompagnie nannte, wurde an seinem Eigenthume oder gar körperlich verletzt. Darüber kam es zu Processen, zu Repressalien und endlich gar zu Feindseligkeiten. Mehrere Jahre lang wüthete ein erbitterter Seekrieg, von dem wir uns bei dem gegenwärtigen Verhältnisse der hanseatischen zur großbritannischen Schifffahrt nur schwer eine Vorstellung machen können. Einmal wurde eine Flotte von 108 Segeln, die sämmtlich in Lübeck und Riga zu Hause waren, auf der Heimkehr aus Spanie
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34 - Fiction

Der Wendekreis - Erste Folge - Jakob Wassermann
. Und was wir so oft mißverstanden und falsch verstanden haben, daß der Dichter ein entselbsteter Mensch ist, so nannten Sie es ja, der Mensch ohne Partei, ohne Meinung fast, dem alles Leben zur Speise wird, ist das denn nicht mehr das Gesetz, dem Sie sich demütig beugen, wie Sie immer getan haben?«Mörner senkte den Kopf, und als er antwortete, war es ihm, als stehe er nicht der sanften Fragerin Rede, sondern der verborgenen Person, die er im Zimmer wußte. »Widerstände können wachsen,« sagte er; »es ist jedesmal ein harter Weg dorthin, in die obere Welt; eines Tages sind die Schranken unübersteiglich. Die Kraft reicht nicht mehr zu; der Mut ist nicht mehr da. Werktätigkeit beruht auf Wechselwirkung. Das Leben ist meine Speise, freilich; wenn aber die Speise faulig wird, wie dann? Wenn die Augen nicht mehr sehen können, das innere Membran nicht mehr erzittert, das Bild nicht mehr zu fassen ist, das Gefühl seine Sicherheit
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34 - Fiction

Eine vornehme Frau - Hermann Heiberg
hstückstisch bereit stand und in der man--auch unangemeldet--immer eine vortreffliche Tafel mit auserlesenen Weinen fand. Es vollzog sich dort alles wie durch Zauberhand geschaffen, und doch war Ange die denkbar schlechteste Hausfrau.Aber Ernst Tibet, der Kammerdiener, sorgte für alles. Dieser Haushofmeister war ein Mustermensch. So unruhig und wenig umsichtig, so ungleich und lebendig die Gräfin, ebenso ernst, besonnen und zuverlässig war Tibet, ein Mann mit angeborener Würde und höflicher Zuvorkommenheit zugleich."Tibet, bester, goldener Tibet, was beginnen wir? Eben haben sich zehn Personen angesagt! Die Uhr ist zwei! Um fünf wollen wir speisen!""Es wird alles nach Ihren Wünschen sein, Frau Gräfin," erwidert Tibet, verbeugt sich und geht seiner Arbeit nach.Und wenn Tibet das sagt, dann kann wohl eine kleine Welt einstürzen, aber wenn sie nicht einstürzt, ist alles auf die Minute, wie er versprochen.Seltsamerweise
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34

Jenseits der Schriftkultur, vol 2 - Mihai Nadin
IONSWEISE DER SPRACHEAusdruck, Kommunikation, BedeutungDie GedankenmaschineSchrift und der Ausdruck von GedankenZukunft und VergangenheitWissen und VerstehenEindeutig, zweideutig, mehrdeutigDie Visualisierung von GedankenBuchstabenkulturen und AphasieKAPITEL 5: SPRACHE UND LOGIKLogiken hinter der LogikDie Pluralität intellektueller StrukturenDie Logik von HandlungenSamplingMemetischer OptimismusBUCH III.KAPITEL 1: SCHRIFTKULTUR, SPRACHE UND MARKTVorbemerkungenProducts "R" UsDie Sprache des MarktesDie Sprache der ProdukteHandel und SchriftkulturWessen Markt? Wessen Freiheit?Neue Märkte, Neue SprachenAlphabetismus und das TransienteMarkt, Werbung, SchriftlichkeitKAPITEL 2: SPRACHE UND ARBEITSWELTInnerhalb und außerhalb der WeltWir sind, was wir tunMaschine und SchriftkulturDer WegwerfmenschDie Skala der Arbeit und die Skala der SpracheAngeborene HeuristikAlternativenVermittlung der VermittlungKAPITEL 3: SCHRIFTKULTUR, BILDUNG UND AUSBILDUNGDas
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34 - Drama

Timon von Athen - William Shakespeare
gefällt dir dieses Gemählde, Apemanthus?Apemanthus. Am besten, weil es nichts böses thut.Timon. Arbeitete der nicht gut, der es mahlte?Apemanthus. Der arbeitete noch besser, der den Mahler machte; und doch ist er nur ein schlechtes Stük Arbeit.Mahler. Ihr seyd ein Hund.Apemanthus. Deine Mutter ist von meinem Stamme; was war sie, wenn ich ein Hund bin?Timon. Apemanthus, willt du mit mir zu mittagessen?Apemanthus. Nein, ich esse keine grosse Herren.Timon. Wenn du es thätest, würden die Damen über dich böse werden.Apemanthus. O! die verschlingen gar die grossen Herren, und kriegen dike Bäuche davon.Timon. Das ist ein unzüchtiger Einfall.Apemanthus. So nimmst du ihn auf; nimm ihn für deine Mühe.Timon. Wie gefällt dir dieses Juweel, Apemanthus?Apemanthus. Nicht so wol wie Aufrichtigkeit, die doch einen keinen Heller kostet.Timon. Wie viel
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34

Venus im Pelz - Leopold von Sacher-Masoch
o;Seltsame Maximen!«»Keine Maximen, sondern Erfahrungen«, entgegnete er mit dem Kopfe nickend, ich bin im Ernste gepeitscht worden, ich bin kuriert, willst du lesen wie?«Er erhob sich und holte aus seinem massiven Schreibtisch eine kleine Handschrift, welche er vor mir auf den Tisch legte.»Du hast früher nach jenem Bilde gefragt. Ich bin dir schon lange eine Erklärung schuldig. Da -- lies!«Severin setzte sich zum Kamin, den Rücken gegen mich, und schien mit offenen Augen zu träumen. Wieder war es still geworden, und wieder sang das Feuer im Kamin, und der Samowar und das Heimchen im alten Gemäuer und ich schlug die Handschrift auf und las:»Bekenntnisse eines Übersinnlichen«, an dem Rande des Manuskriptes standen als Motiv die bekannten Verse aus dem Faust variiert:»Du übersinnlicher sinnlicher Freier, Ein Weib nasführet dich!«Mephistopheles.Ich sch
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By Charlizee on Saturday, January 30 2010, 13:34

Wissenschaft der Logik, vol 1 - Georg Wilhelm Friedrich Hegel
welcher die Logik und die beiden realen Wissenschaften derPhilosophie, die Philosophie der Natur und die Philosophie desGeistes, enthalten sollte, und das System der Wissenschaftbeschlossen haben würde. Aber die nothwendige Ausdehnung, welche dieLogik für sich erhalten mußte, hat mich veranlaßt, diese besondersans Licht treten zu lassen; sie macht also in einem erweiterten Planedie erste Folge zur Phänomenologie des Geistes aus. Späterhin werdeich die Verarbeitung der beiden genannten realen Wissenschaften derPhilosophie folgen lassen.--Dieser erste Band der Logik aber enthältals erstes Buch die Lehre vom Seyn; das zweite Buch, die Lehre vomWesen, als zweite Abtheilung des ersten Bandes; der zweite Band aberwird die subjektive Logik, oder die Lehre vom Begriff enthalten.Nürnberg, den 22 März 1812Vorrede zur zweiten Auflage.An diese neue Bearbeitung der Wissenschaft der Logik, wovon hiermitder erste Band erscheint, bin ich wohl mit dem ganzen Bewußtseynsowohl der Schwierigkeit des
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Friday, January 29 2010
By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Short Story Collection

Betrachtung - Franz Kafka
s Böses getan, niemand aber will mir helfen. Lauter niemand. Aber so ist es doch nicht. Nur daß mir niemand hilft --, sonst wäre lauter niemand hübsch. Ich würde ganz gern -- warum denn nicht -- einen Ausflug mit einer Gesellschaft von lauter Niemand machen. Natürlich ins Gebirge, wohin denn sonst? Wie sich diese Niemand aneinander drängen, diese vielen quer gestreckten und eingehängten Arme, diese vielen Füße, durch winzige Schritte getrennt! Versteht sich, daß alle in Frack sind. Wir gehen so lala, der Wind fährt durch die Lücken, die wir und unsere Gliedmaßen offen lassen. Die Hälse werden im Gebirge frei! Es ist ein Wunder, daß wir nicht singen.«Das Unglück des JunggesellenEs scheint so arg, Junggeselle zu bleiben, als alter Mann unter schwerer Wahrung der Würde um Aufnahme zu bitten, wenn man einen Abend mit Menschen verbringen will, krank zu sein und aus dem Winkel seines Bettes woch
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Short Story Collection

Das Stunden-Buch - Rainer Maria Rilke
ein Mund, von dem ich wehte, und deine Hände sind von Ebenholz.Das waren Tage Michelangelos, von denen ich in fremden Büchern las. Das war der Mann, der über einem Maß, gigantengroß, die Unermeßlichkeit vergaß.Das war der Mann, der immer wiederkehrt, wenn eine Zeit noch einmal ihren Wert, da sie sich enden will, zusammenfaßt. Da hebt noch einer ihre ganze Last und wirft sie in den Abgrund seiner Brust. Die vor ihm hatten Leid und Lust; er aber fühlt nur noch des Lebens Masse und daß er alles wie ein Ding umfasse, -- nur Gott bleibt über seinem Willen weit: da liebt er ihn mit seinem hohen Hasse für diese Unerreichbarkeit.Der Ast vom Baume Gott, der über Italien reicht, hat schon geblüht. Er hätte vielleicht sich schon gerne, mit Früchten gefüllt, verfrüht, doch er wurde mitten im Blühen müd, und er wird keine Früchte haben.Nur der Frühling Gottes war dor
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Drama

Der Gwissenswurm - Ludwig Anzengruber
t, gibst auf kein vernünftig Reden mehr was.Rosl. Hast recht, Wastl, hast schon recht, sag ihm's nur h'nein.Wastl. Seit dich vor ein halbn Jahrl der Schlag gstreift hat, bist neama der alte.Grillhofer. Selb tat sich a net schicken! Dös war a Deuter vom lieben Gott, sider der Zeit halt ich still und wart auf'n zweiten. Mei lieber Wastl, du bist a guter Bub--a du, Rosl, ja, ja, du bist a a ehrlichs Mensch--müßts halt a Einsehn mit mir habn, noch dös kleine Neichtel Zeit, so mir bschiedn is; leicht moch ich noch fruher a End und zieh mich zruck von alln weltlichen Wesen. Ja, ja, konn leicht möglich sein, ich bin no lang net so, wie ich sein möcht, hat sich doch vorhin, wie du kämma bist, Wastl, der Gwinst- und Spekalierteufl in mir a weng noch grührt. Na, na, dös därf net sein, daß sich 's Heu zwischen mich und mein Schöpfer drängt. Na, na, ich hab eh gnug auf mir, dazukämma derf nix mehr, abwendig derf mich nix
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Drama

Die Ahnfrau - Franz Grillparzer
dem matten Glase stehn.Eben senk ich nach dem GürtelNieder meine beiden Hände,Da--Ihr werdet lachen, Vater!Und auch ich muß jetzt fast lächelnMeiner kindisch schwachen Furcht,Doch in jenem AugenblickeKonnt' ich nur mit Schreck und GrauenDas verzerrte Wahnbild schauen.Wie ich senke meine HändeUm den Gürtel anzuziehn,Da erhebt mein Bild im SpiegelSeine Hände an das Haupt,Und mit starrendem EntsetzenSeh ich in dem dunkeln GlaseMeine Züge sich verzerren.Immer sind es noch dieselbenUnd doch anders, furchtbar anders,Und mir selbst nicht ähnlicherAls ein Lebend'ger seiner Leiche.Weit reißt es die Augen aufStarrt nach mir, und mit dem FingerDroht es warnend gegen mich.Günther.Weh, die Ahnfrau!Graf (wie von einem plötzlichen schrecklichen Gedanken ergriffen, vomSessel aufspringend).Ahnfrau!Berta (verwundert).Ahnfrau?Günther.Saht Ihr nie ihr Bild im Saale,Euch so ähnlich, gnäd'ges Fräulein,Gleich als hättet Ihr dem Maler,Lieblich wie Ihr seid, gesessen?Berta.Oftmals h
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34

Die Piraterie - Paul Stiel
die Anwendung des ius postliminii. Wenn er sie daraufhin als rechtmässige Feinde ansieht, so erklärt sich dies aus seiner Anschauung, dass es nach geltendem Rechte (»quod contra quemlibet hostem recte exercetur«, a. a. O.) noch zulässig sei, Kriegsfeinde zu Sklaven zu machen, wenn eine solche Rechtsübung auch »moribus plerarumque Gentium nunc exolevit« (Quaest. Jur. Publ. L. I C. III; vgl. auch Grotius III, VII § 9).[19] Gefangene »Sarazenen«, »Mauren«, »Türken« werden Sklaven, Bynkershoek a. a. O. C. XVII: »Solent et Belgae eos captos in Hispaniam advehere et ibi, iure talionis, in servitutem vendere«, ein solcher Verkauf in amtlichem Auftrage noch 1661 (C. III a. a. O.); Art. 1 des französisch-algerischen Vertrages von 1628 sichert den aus Algier feindlichen Ländern nach Frankreich geflüchteten versklavten Algeriern freie Rückkehr in die Heimat zu; Kap
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Fiction

Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl - Clemens Brentano
rzen, wachsleinenen Hut tiefer in die Augen, legte sich ihr Bündel unter den Kopf zurecht und gab auf keine Frage Antwort."Was fehlt dieser alten Frau?" fragte ich einen der Anwesenden; da kamen Antworten von allen Seiten: "Sie kömmt sechs Meilen Weges vom Lande, sie kann nicht weiter, sie weiß nicht Bescheid in der Stadt, sie hat Befreundete am andern Ende der Stadt und kann nicht hinfinden, "--"Ich wollte sie führen", sagte einer, "aber es ist ein weiter Weg, und ich habe meinen Hausschlüssel nicht bei mir. Auch würde sie das Haus nicht kennen, wo sie hin will."--"Aber hier kann die Frau nicht liegen bleiben", sagte ein Neuhinzugetretener. "Sie will aber platterdings", antwortete der erste; "ich habe es ihr längst gesagt, ich wolle sie nach Haus bringen, doch sie redet ganz verwirrt, ja sie muß wohl betrunken sein."--"Ich glaube, sie ist blödsinnig. Aber hier kann sie doch in keinem Falle bleiben", wiederholte jener, "die Nacht ist kühl und lang."
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34 - Poesie

Laokoon - Gotthold Ephraim Lessing
t stoischer als den Philoktet und Herkules, wird geschilderthaben. Alles Stoische ist untheatralisch; und unser Mitleiden istallezeit dem Leiden gleichmäßig, welches der interessierendeGegenstand äußert. Sieht man ihn sein Elend mit großer Seeleertragen, so wird diese große Seele zwar unsere Bewunderung erwecken,aber die Bewunderung ist ein kalter Affekt, dessen untätiges Staunenjede andere wärmere Leidenschaft, sowie jede andere deutlicheVorstellung ausschließet.Und nunmehr komme ich zu meiner Folgerung. Wenn es wahr ist, daß dasSchreien bei Empfindung körperlichen Schmerzes, besonders nach deralten griechischen Denkungsart, gar wohl mit einer großen Seelebestehen kann: so kann der Ausdruck einer solchen Seele die Ursachenicht sein, warum demohngeachtet der Künstler in seinem Marmor diesesSchreien nicht nachahmen wollen; sondern es muß einen andern Grundhaben, warum er hier von seinem Nebenbuhler, dem Dichter, abgehet,der dieses Geschrei mit bestem Vorsatze ausdrücket.II.Es se
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By Charlizee on Friday, January 29 2010, 13:34

Uber die Dichtkunst - Aristotle
n;rung dieser bemerkenswerten Tatsache mag vielleicht folgendes dienen. Zunächst scheint unsere Poetik überhaupt zuerst von Andronikos v. Rhodos, einem Zeitgenossen Ciceros, zusammen mit anderen Werken des Aristoteles in Rom herausgegeben worden zu sein. Horaz, bzw. sein viel älterer Gewährsmann, Neoptolemos v. Parion (c. 260 v. Chr.), zeigt trotz mancher sachlichen Übereinstimmungen keine direkte Benutzung der Schrift und dasselbe gilt von einem uns nur in Bruchstücken erhaltenen, umfangreichen Werke "Über die Dichtungen", dessen Verfasser Philodemos v. Gadara zum Freundeskreise des Horaz gehörte. Sodann brachten die Griechen der römischen Kaiserzeit der Poesie überhaupt nicht das geringste Interesse entgegen. Ist uns doch aus dieser ganzen Epoche keine einzige Tragödie auch nur dem Titel nach bekannt.
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Thursday, January 28 2010
By Charlizee on Thursday, January 28 2010, 13:34 - Fiction

Der Pilger Kamanita - Karl Adolph Gjellerup
en diesesprächtigen Zuges, an der Spitze meiner Karren, zum Stadttor hinauszogund die weite Welt offen vor mir lag. Jeder Tag dieser Reise war mir wieein Fest, und wenn abends die Lagerfeuer flammten, um Tiger und Pantherzu verscheuchen, und ich im Kreise älterer und vornehmer Männer an derSeite des Gesandten saß, dünkte ich mich vollends im Märchenland.Durch den herrlichen Waldbereich Vedisas und über die sanften Höhenzügedes Vindhyagebirges erreichten wir die ungeheure nördliche Ebene, woeine ganz neue Welt sich mir eröffnete; denn ich hätte nie gedacht, daßdie Erde so flach und so groß sei. Und etwa einen Monat nach unsererAbreise sahen wir an einem herrlichen Abend, von einer palmengekröntenAnhöhe aus, zwei goldene Bänder, die sich dem Dunstkreise des Horizontesentwanden, das unendliche Grün durchzogen und sich allmählich einandernäherten, bis sie sich zu einem breiten Band vereinigten.Eine Hand berührte meine Schulter.Es war der Gesandte, der an mich herangetreten war."Da sieh
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By Charlizee on Thursday, January 28 2010, 13:34 - Fiction

Der Wehrwolf - Hermann Löns
blieben sie auch bis zur Hochzeit und auf ihr erst recht. Es war eine große Hochzeit und lustig ging es dabei her, obzwar kein einziger Mann betrunken war.
Einige Bauern redeten zwar davon, daß es immer gefährlicher im Reich aussähe, aber was fragte Harm Wulf danach, als er mit seiner jungen Frau unter Lachen und Juchen in die Dönze geschoben wurde, und nach den feurigen Männern am Himmel und dem blutenden Brot und den Pest- und Sterbevögeln? Er nahm seine Rose in den Arm und sagte: »Eine Ule habe ich gefangen, aber was für eine glatte Ule auch!« Und dann lachte er über seinen Witz.
Er blieb am Lachen bis auf den Tag, daß seine Rose zu liegen kam, aber dann lachte er noch mehr, bloß nicht so laut und mehr mit den Augen; denn ein Junge lag neben ihr, ein Junge, ein Staat von einem Jungen ein wahrer Bär von einem Jungen, einer von zehn vollwichtigen Pfunden und ein hübscher Junge von vornherein.
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By Charlizee on Thursday, January 28 2010, 13:34 - Fiction

Der Weinhüter - Paul Heyse
en hängen wir, mein Eid! an den Beinen auf, da mag er bis an den lichten Morgen in der Luft exerzieren.Es sind arme Teufel, Andree, und die Versuchung ist groß. Ihr solltet's menschlich mit ihnen machen.Machen sie's denn nicht wie die Bestien? Da seht, Hochwürden--und er wies auf eine Rebe, die glatt mitten durchgeschnitten war, daß das Laub schon welk und gelb an den Ranken hing--das Herz blutet einem, so ein gesundes, friedliches Gewächs, das nur auf der Welt ist, um seinem Herrn das Faß zu füllen, von den Hundsföttern verheert zu sehen, aus purer Niedertracht, uns zum Possen. Find' ich einen einmal beim Werk, so gnad' ihm Gott!Er schüttelte, in der Richtung nach der Stadt, drohend die Hellebarde und bohrte sie darin heftig in den Sand.Der geistliche Herr schrak leicht zusammen, vergaß aber seiner Würde nicht und sagte: Ich will mit dem Hauptmann sprechen, heute noch, daß er strenger drauf sieht, nach dem Zapfen
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By Charlizee on Thursday, January 28 2010, 13:34 - Drama

Die gefesselte Phantasie - Ferdinand Raimund
er?odi. Nein, er läuft.5. Szenedistichon, einen Pfeil mitten durch die Wade gesteckt. vorige.distichon (atemlos). Es ist gescheh’n!hermione. Du bist verwundet, Unglückssohn. (Verhüllt sich das Antlitz.)distichon. Im Herzen, Königin!hermione. Nicht doch, im Fuß.distichon. Nicht möglich! (Besieht sich und erstaunt.) Das hab’ ich wirklich nicht bemerkt.narr (zieht ihm den Pfeil heraus). Was das für ein Glück ist, wenn man falsche Waden hat! Unverwundbar wie Achill!distichon. Ein kluger Feldherr weiß sich zu verschanzen, Den Arm weiht man der Schlacht, den Fuß braucht man zum Tanzen .6. Szenevorige. arrogantia und vipria gleich gekleidet; in tigerartigen Kleidern, mit Bogen und Pfeilen, treten schnell und kühn herein.Allgemeiner Schreckensausruf.alles (mit Entsetzen). Die Zauberschwestern!(Alles steht erstarrt in Gr
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